Was ist ein gutes Gedächtnis?

Was ist ein gutes Gedächtnis?

Ist ein gutes Gedächtnis der Schlüssel zum Erfolg? Und ist ein gutes Gedächtnis nur Glückssache, die einigen von uns für immer vorenthalten bleibt? 

Die gute Nachricht ist: wir sind alle in der Lage auf unser Gedächtnis Einfluss zu nehmen. Ein besseres Gedächtnis wünscht sich jeder. Denn wir wollen alle schnell und effizient lernen und das Gelernte soll uns lange, am besten Lebenslang, erhalten bleiben. Mindestens bis zur Prüfung. Lernen ohne Erfolg macht uns verzweifelt, unzufrieden und wirkt demotivierend. Aber wie können wir besser lernen? Was bringt uns Erfolg beim Lernen? Ein Super-Gedächtnis vielleicht? 

Wichtig ist zu wissen, was überhaupt ein Gedächtnis ist und wie es arbeitet? Kann man sein Gedächtnis trainieren? Gedächtnis ist keine Region und auch kein Organ im Körper. Es ist dafür zuständig das Gelernte aufzunehmen. Das aufgenommene Wissen über eine längere Zeit zu merken und bei Bedarf, wie z.B. ein einer Prüfungssituation, wieder abzurufen.

Damit wir unser Gedächtnis benutzen können, müssen wir erstmal lernen bzw. Informationen in unserem Gedächtnis speichern. Lernen kann bewusst oder unbewusst stattfinden. Wir lernen als Kinder zu sprechen. Dies ist ein unbewusster Vorgang. Häufig müssen wir aber gezielt etwas Lernen. In diesem Fall wollen wir uns ein bestimmtes Wissen aneignen. Das einfachste Beispiel wäre das Erlernen von Lesen und Schreiben.    

Was ist Lernen? Lernen ist zunächst einmal die Reaktion unseres Gehirns auf unsere Erfahrungen. Wenn diese Erfahrungen eine tiefgreifende und bleibende Veränderung im Gehirn nach sich ziehen, können wir vom Lernen sprechen. Durch das Lernen entstehen im Gehirn neue Synapsen. 

Was ist eine Synapse? Die Verbindungen zwischen Nervenzellen werden als Synapsen bezeichnet. In unserem Gehirn gehen Nervenzellen mit anderen Nervenzellen Verbindungen ein. Eine einzige Nervenzelle kann mit bis zu tausenden anderen Nervenzellen Verbindungen eingehen. So entstehen in unserem Gehirn synaptische Netzwerke. Je häufiger wir eine bestimmte Lernerfahrung machen, desto stärker wird die Synapse. Oder anders ausgedrückt, je öfter und intensiver die entsprechenden Synapsen stimuliert werden, desto nachhaltiger und besser wird das Gelernte im Gedächtnis gespeichert. Intensives Lernen und Wiederholen eines Prozesses führen dazu, dass sowohl die einzelne Synapsen stärker als auch die Verflechtung der Synapsen im Gehirn erhöht werden.

Welcher Lerntyp bin ich und wie beeinflusse ich mein Gedächtnis dadurch?

Wir nehmen die Informationen aus unserer Umgebung durch unsere Sinnesorgane wahr. Unsere 5 Sinnesorgane sind:  Hören, Schmecken, Sehen, Riechen und Tasten. Wenn wir etwas neues lernen wollen, müssen wir unsere Sinnesorgane einsetzen um es zunächst zu erkundigen und das gelernte langfristig im unserem Gedächtnis zu speichern. In der Regel wird es schwierig sein, den gelernten Stoff zu schmecken, zu riechen oder zu ertasten. Deshalb sind das Hören und vor allem das Sehen besonders wichtig beim Lernen. Manche Menschen können besonders gut lernen wenn sie sich mit dem Lernstoff durch Kommunikation, Anfassen oder Ausprobieren auseinandersetzen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Lerntypen:

Auditiver Lerntyp

Visueler Lerntyp

Motorischer-Kommunikativer Lerntyp

Je mehr Sinnesorgane an der Lernerfahrung beteiligt sind, desto intensiver wird die Synapse stimuliert. Dementsprechend steigt der Lernerfolg. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass man beim Hören allein nur 20%, beim Sehen nur 30% des Lerninhaltes behält. Wenn man aber dagegen den Lernstoff sieht, hört, darüber spricht und selbst aktive wird, behält man ca. 90% des Inhaltes. 

Es ist besonders sinnvoll, dass selbst wenn man einem Lerntyp eindeutig zugeordnet ist, diesen mit den anderen Sinnen zu kombinieren. Durch die Benutzung mehrerer Sinnesorgane werden mehr Gehirnareale angesprochen und so die Verflechtung zwischen Synapsen gesteigert.

Ich persönlich finde es sehr ratsam, das Visuelle mit dem Kommunikativen zu verbinden. Im ersten Schritt versucht man, den verstandenen Lernstoff in einer Grafik oder einer Mind Map grafisch darzustellen. Dieser Vorgang ist visuell und bildet die erste Impulsgebung ans Gehirn. Die Gehirn-Areale werden durch die Impulse angesprochen bzw. die Synapsen aktiviert. Im zweiten Schritt ist es ratsam, diesen gelernten Inhalt der Grafik verbal wiederzugeben. Als Zuhörer bieten sich hier Verwandte oder eine Lerngruppe an oder man führt einfach Monologe.

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Simon