Warum das Pareto Prinzip kein langfristig effektives Lernen darstellt

Warum das Pareto Prinzip kein langfristig effektives Lernen darstellt

Dieses Prinzip besagt, dass sich 80% der Arbeit in lediglich 20% der gesamten Zeit erledigen lassen. Für die restlichen 20% der Arbeit ist demnach der Großteil des Zeitaufwandes (80%) notwendig. Übertragen aufs Studium bedeutet dies, dass sich 80% einer Klausur bereits mit 20% des benötigten Zeitaufwandes für die gesamte Klausur erlernen ließen. Dieses Statement ist häufig zu finden und dann wird auch angepriesen, dass damit gute Noten erreicht werden könnten.

Paretoprinzip nicht aufs Lernen übertragbar

Tatsächlich eignet sich diese Regel jedoch nicht fürs Studium. Denn das Problem dabei ist, dass dieses Prinzip voraussetzt, dass man den relevanten Klausurstoff bereits sehr gut eingrenzen kann. Den Ursprung hat diese Regel in der Verteilung von Vermögen auf die Bevölkerung in Italien und hat wenig mit einem Lernprozess zu tun. Selbst wenn man unterstellt, dass das Paretoprinzip angewendet werden kann, würde man bei 80% geholten Punkten in einer Klausur nie über eine Note von 2,5 hinauskommen. Wer also eine bessere Note haben will, kommt nicht daran vorbei, etwas mehr Zeitaufwand zu betreiben.

Zeit effizient nutzen

Der eigentliche Tipp ist stattdessen, dass die fürs Lernenaufgewendete Zeit so effektiv wie möglich genutzt werden sollte. Viele Menschen denken, sie hätten bereits gelernt, nur weil sie die Zeit vermeintlich dafür aufgewendet haben. In der Bibliothek zu sitzen, sich ablenken zu lassen oder zu lesen ist jedoch noch kein Lernen.

Zu lernen bedeutet vielmehr, den gelesenen Inhalt zuverstehen, diesen mit eigenen Worten wiedergeben und anwenden zu können. Erstdann hat man etwas verstanden und somit Neues gelernt.

Implizites und explizites Wissen

Im Idealfall möchte man exakt alles wissen, was in einer Klausur abgefragt wird, aber auf keinen Fall mehr. An dieser Stelle habe ich unterstellt, dass zu viel Gelerntes überflüssig und die Zeit, die man dafür aufwenden musste, langweilig war. Zwar ist es ärgerlich, zu viel gelernt zu haben, da man es nicht anwenden konnte. Einen kleinen Trost gibt es jedoch! Man wird durch das Gelernte geprägt. Man unterscheidet ein explizites und ein implizites Wissen. Ersteres kann kommuniziert werden und bei Letzterem handelt es sich um verinnerlichtes Wissen, welches unbewusst angewendet wird. Das bedeutet, dass jede/s gelöste Problem oder Aufgabe uns dabei helfen kann, ein anderes zukünftiges zu lösen, ohne dass uns der Bezug zum vermeintlich überflüssig Gelernten bewusstwird. Dieser Anteil am impliziten Wissen ist dabei um ein Vielfaches größer als der explizite Teil

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Simon